Startseite
Originale

Karl Valentin

 

1882

Am 4. Juni wurde Valentin Ludwig Fey in der Münchner Vorstadt Au geboren. Er war das Kind des Spediteurs Valentin Fey und dessen Ehefrau Johanna Maria. Später legte er sich  das Pseudonym Karl Valentin zu.

1888-1896

besuchte der Lausbub die Volks- und dann die Bürgerschule.

1897-1899

erlernte er bei Meister Hallhuber  in Haidhausen das Schreinerhandwerk. Er selbst erzählt: "Ich lernte hobeln, sägen, nageln. - Bald entwendete ich einen Nagel, schlug ihn in die Wand und hing an demselben das goldene Handwerk der Schreinerei für immer auf." (Ein Bastler und Tüftler blieb er aber sein Leben lang.)

1899

lernte Valentin seine spätere  Ehefrau Gisela Royes kennen. Sie trat als Dienstmädchen im Hause Fey ihre Arbeit an.

1902

besuchte Valentin eine Münchner  Komikerschule.
Am 07.10., während seines ersten Gastspiels im Varietè Zeughaus in Nürnberg, starb sein Vater. Das Honorar reichte gerade für Valentins Rückreise nach München. Er übernahm zusammen mit seiner Mutter die Speditionsfirma.

1903

Valentins musikalische und handwerkliche Begabung bringt ihn auf den Gedanken, ein Orchestrion zu bauen.

1905

kommt seine Tochter  Gisela zur Welt.

1906

verkauft er die  Speditionsfirma und baut seinen Musikapparat fertig.

1907

nennt Valentin sich  Charles Fey und geht mit dem Orchestrion auf Tournee. Sie wird ein Mißerfolg und  "in einem Anfall von einem Löwenbräubierriesenrausch zerstörte ich mit einem Holzhackel meinen ganzen komplizierten Musikapparat".

1908

hat er als Komiker mit dem Monolog "Das Aquarium" Erfolg und wird an die Volkssängerbühne im  "Frankfurter Hof" engagiert. Seine wirtschaftliche Not war damit beendet. Er  lernte dort

1909

Liesl Karlstadt kennen und überredet sie, seine Partnerin zu werden: "Frailein, zua ara Subrettä´n san  Sie z´dick - aba mia zwoa passat´n z´samm!"

1910

wird seine zweite  Tochter Berta geboren.

1911

heiratet er die Mutter seiner Kinder.

1911-1914

Der erste Film (Karl Valentins Hochzeit) entsteht, die Erfolge als Volkssänger und Komiker sind  beachtlich.

1914-1918

Valentin bringt in über  120 Lazarettvorstellungen sein Publikum zum Lachen. Im Kabarett Wien-München  übernimmt er die Direktion, erste Entwürfe zu "Tingeltangel" (Orchesterprobe,  das komische Orchester) und zu Ritterstücken entstehen.

1918-1922

Erfolge im "Annenhof", im "Theater in der Vorstadt" und im "Charivari".

1922

"Die verhexten Notenständer", "Das Christbaumbrettl" und der "Der Firmling" werden im "Germaniabrettl" aufgeführt und zählen zu den großen Erfolgen.
Im "Christbaumbrettl", das am 1. Juli 1922 Premiere hatte, blieb Valentins Kalender stehen. Daraus erklärt sich, daß er im Mai den Christbaum so billig bekam.

1922-1923

Bert Brecht, Erich Engel, Liesl  Karlstadt, Blandine Ebinger, Erwin Faber und Kurt Horwitz spielen neben Karl Valentin die Hauptrollen im surrealistischen Film "Mysterien eines Frisiersalons".
Erster Auslandsauftritt (in Zürich)

1923

Tod der Mutter; Gastspiele in Wien und Zürich

1924

Erfolge in München und Berlin

1925-1928

zahlreiche Erfolge, u.a. mit "Die  Raubritter vor München", "Der Bittsteller", "Der reparierte Scheinwerfer",  "Brillantfeuerwerk", "Im Senderaum", "Im Photoatelier" und dem  "Mondraketenflug"

1928

Gastspiel in Berlin im Kabarett  der Komiker; dort fanden auch alle späteren Berlin-Auftritte statt.

1929

Der Film "Der  Sonderling" entsteht.

1930

In den ersten Monaten  Gastspiel in Berlin; am 3. November im "Kolosseum" Uraufführung "An Bord"

1931

Valentin eröffnet mit  dem Goethe-Saal in der Leopoldstraße ein eigenes Theater. Kaum 2 Monate später  schließt er es wieder, weil feuerpolizeiliche Vorschriften ihn entnervt aufgeben ließen.

1934

eröffnet Valentin in den Kellerräumen des Hotels Wagner sein "Panoptikum".

1935

Nach 13 Monaten wird auch das "Panoptikum" wieder geschlossen. Valentin und Liesl Karlstadt trennen sich. Am 30. November tritt Valentin wieder eine Gastspielreise nach Berlin an.

1936

verbringt Valentin die ersten Monate noch in Berlin. Jacob Geis holt ihn zurück nach München, unter seiner Regie entsteht Valentins bester Tonfilm. Wegen "Elendstendenzen" wurde "Die Erbschaft" aber von der Nazizensur verboten.

1939

feiert Valentin Erfolge  in seiner "Ritterspelunke", einer Mischung aus Theater, Kneipe und Panoptikum.  Seine Partnerin ist die junge Soubrette Annemarie Fischer.

1941

verläßt Valentin mit seiner Familie München, er zieht in sein Haus in Planegg.

1943

Sein letztes Theaterstück "Familiensorgen" entsteht. Wirtschaftlich verarmt ist er auf  regelmäßiges Verfassen für Artikel für die "Münchener Feldpost" angewiesen.

1945-1946

Valentin müht sich mit der Herstellung kleiner Haushaltsartikel ab, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu sichern.
Die Hörfunkserie "Es dreht sich um Karl Valentin" wird nach fünf Folgen eingestellt. Das Publikum mochte ihn nicht mehr. "Ich habe  meine lieben Münchner und meine Bayern kennengelernt. Alle anderen mit Ausnahme der Eskimos und der Indianer haben mehr Interesse an mir gehabt als meine  Landsleute." schrieb er in einem Brief an den Kiem Pauli.

1947

Im Dezember gab Valentin ein kurzes Gastspiel im "Bunten Würfel".

1948

Nochmals kurze Gastspiele im "Simpl" und im "Bunten Würfel"; am 9. Februar stirbt Valentin an einer Erkältung. Am 11. Februar wird er auf dem Waldfriedhof von Planegg beerdigt.

[Startseite] [Bayern] [München] [Wörterbuch] [Witziges] [Oktoberfest] [Sport] [Originale] [Sammler] [Links] [Kontakt]